Wolfram Dorn und die Milch

Anno dazumal

Unser Kollege, der 2014 mit fast 90 Jahren verstarb, gründete 1977 – zusammen mit Josef Reding, Wilhelm Damwerth und Erwin Sylvanus – in Aachen die Gesellschaft für Literatur. Woher kam das Geld dafür? Wolfram war nicht nur ein fleißiger Autor und Verleger, sondern auch ein einflussreicher Politiker, u. a. als parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister des Innern.

Als Mitglied des Haushalts- und Finanzausschusses im NRW-Landtag stellte er Anfang der 70er Jahre zu seiner Überraschung fest, dass die Mittel, die das Land seit Jahren für die „Auffettung der Schulmilch“ zur Verfügung stellte, nicht komplett abgerufen wurden. Schulkinder fragten Kakao und Milch – ursprünglich gedacht als Teil der nach dem 2. Weltkrieg üblichen Schulspeisung – nicht mehr in großem Maße nach. Inzwischen ging es eher um die Förderung geistiger Nahrung. Tatsächlich gelang es, die nicht ausgeschöpften Haushaltsmittel umzuwidmen. Und zwar für Autorenlesungen in Schulen.

Das verdanken wir Wolfram Dorn, der einige Jahre dem VS-Bundesvorstand angehörte. Fast 20 Jahre lang war er Vorsitzender der neu gegründeten Gesellschaft für Literatur in NRW e. V. Eine sehr erfolgreiche Initiative zur heute noch aktiven Lese- und Literaturförderung. (Volker W. Degener)

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