Ein literarisches Buch über Bonn – dieses Projekt hat die Regionalgruppe Bonn/NRW Süd des Verbands deutscher Schriftstellerinnen und Schriftsteller (VS) umgesetzt. Herausgegeben wurde das Werk von Harald Gesterkamp und Monika Littau. Seit einiger Zeit wird die Anthologie auf Lesungen in der Region vorgestellt.
Auf dieses Buch hat Bonn allem Anschein nach gewartet: Nach zahlreichen Reiseführern und historischen Werken über Bonn gibt es jetzt endlich auch ein literarisches Buch über die frühere Bundeshauptstadt. Der Buchtitel „Bonner Bogen – Literarisches von A (wie Beethoven) bis Z (wie Westerwelle)“ deutet bereits an, wohin die Reise geht. Historisches aus der Zeit Beethovens, der in Bonn geboren wurde, ist ebenso wichtiger Bestandteil des Buchs wie die Jahrzehnte als Hauptstadt und Regierungssitz. Daneben finden sich zudem Texte, die sich mit Alltäglichem in Bonn befassen.

Die Herausgeber Harald Gesterkamp, Sprecher der Bonner Regionalgruppe des VS, und Monika Littau hatten dazu professionelle Autorinnen und Autoren mit Bonn-Bezug aufgerufen, Texte einzureichen. Gezielt haben sie Schriftstellerinnen und Schriftsteller angeschrieben, außerdem konnten Interessierte die Ausschreibung im Internet finden. Die Zahl der Bewerbungen war erfreulich groß, so dass die Initiator*innen mehrere Bücher hätten füllen können. In die Anthologie geschafft haben es schließlich Beiträge von 32 Autorinnen und Autoren. Das Buch überzeugt durch eine große Vielfalt, thematisch wie literarisch. Neben Prosa sind auch lyrische Beiträge zu entdecken.
Teilnehmen konnten Schreibende, die gebürtig aus Bonn sind, heute in Bonn leben, in der Stadt gelebt haben oder aus anderen Motiven ein Thema aufgreifen, das mit der Stadt verbunden ist. Dabei fällt das Urteil über Bonn durchaus kontrovers aus: Dem jungen Autor Leonhard Calm aus Lübeck zum Beispiel scheint die Stadt in der Wahrnehmung verloren gegangen zu sein, andere erinnern sich vor allem an die Demonstrationen im Hofgarten. Viele der in Bonn Lebenden haben demgegenüber nicht nur Erinnerungen an die Hauptstadtzeit, sondern vertrauen auf Bonn und seine Entwicklung, wie etwa Georgie Severin, deren Text „Bonner Bögen“ das Buch eröffnet.
In den abwechslungsreichen Texten der Anthologie gibt es viele Menschen zu entdecken oder wiederzuentdecken, Sibylle Mertens-Schaafhausen etwa oder auch den Bonn besuchenden Andy Warhol. Gleichzeitig begegnen den Leserinnen und Lesern natürlich auch vertraute Politikernamen wie Konrad Adenauer, Willy Brandt oder Helmut Kohl.
Die Medien griffen das Buch dankbar auf. Der General-Anzeiger eröffnete sein Feuilleton mit einer Drei-Viertel-Seite über die Anthologie, die WDR-Lokalzeit lud drei Beteiligte zu Kurzlesungen im Stadtgebiet, im Radio gab es ein langes Interview zum Werk.

Das Projekt „Bonner Bogen“ wurde vom Land NRW über die Gesellschaft für Literatur sowie von der Stadt Bonn finanziell unterstützt. Das im unabhängigen Elsinor-Verlag erschienene Buch wurde bereits mit mehreren gut besuchten Lesungen an verschiedenen Stellen und durch zahlreiche Autorinnen und Autoren vorgestellt. 2026 wird es weitere Lesungen geben. Diese Termine stehen bereits fest:
5. März 2026, 19 Uhr, Dollendorfer Bücherstube, Heisterbacher Straße 60, 53639 Königswinter
23. April 2026, 19.30 Uhr, Augustinum Bonn, Römerstraße 118, 53117 Bonn
29. April 2026, 19.00 Uhr, Kameha Grand Hotel, Am Bonner Bogen 1, 53227 Bonn
23. Oktober 2026, 19.00 Uhr, Bücherei der Christuskirche, Wurzerstraße 31, 53175 Bonn
Harald Gesterkamp/Monika Littau (Hg.): Bonner Bogen – Literarisches von A (wie Beethoven) bis Z (wie Westerwelle), 168 Seiten, Elsinor Verlag, 16,90 Euro,
ISBN: 978-3-942788-92-2.
