Am 25. Juni 2026 jährt sich der Geburtstag von Ingeborg Bachmann zum hundertsten Mal. Die österreichische Schriftstellerin zählt zu den bedeutendsten Stimmen der deutschsprachigen Literatur des 20. Jahrhunderts.
Bachmanns Werk kreist um Themen wie Identität, Erinnerung, Gewaltstrukturen, Sprache und Selbstbehauptung. Dies Motive, haben bis heute nichts an Aktualität verloren haben. Bachmanns Schreiben hat die deutschsprachige Literatur nachhaltig geprägt. Unter anderem ihre Sprachkritik, ihr Blick auf Macht‑ und Gewaltverhältnisse wirken bis heute nach. Viele Autorinnen und Autoren greifen ihre Themen und Denkbewegungen auf, den Blick auf Verletzlichkeit und Widerstand, die Analyse von Strukturen, die Menschen formen oder brechen. Ihr Werk bleibt ein Bezugspunkt für viele Schreibende, die darin Anregungen finden und neue Perspektiven entdecken.
Ausschreibung des VS NRW – Kurzprosa zu Bachmanns Leben, Werk und Motivwelt
Anlässlich des 100. Geburtstags ruft der VS NRW Autorinnen und Autoren mit Wohnsitz in Nordrhein‑Westfalen dazu auf, literarische Kurztexte einzureichen, die sich mit Leben und Werk Ingeborg Bachmanns beschäftigen oder das Motiv „Jemand, der ich einmal war“ literarisch aufgreifen.
Gesucht werden kurze Prosatexte bis maximal 5.000 Zeichen. Die drei besten Beiträge werden ausgezeichnet und auf der Website des VS NRW veröffentlicht sowie in den Social‑Media‑Kanälen beworben. Zusätzlich erhalten die prämierten Autorinnen und Autoren jeweils ein symbolisches Honorar sowie eine Eintrittskarte für die Premiere des neuen Bachmann‑Films am 22. Juni 2026 in Köln.
Mit der Ausschreibung möchte der VS NRW die literarische Auseinandersetzung mit Ingeborg Bachmanns Werk fördern und zugleich neue Stimmen sichtbar machen, die ihre Themen in die Gegenwart weitertragen.
Vorgaben
- literarische Kurzprosa
- maximal 5.000 Zeichen inkl. Leerzeichen
- ausschließlich eigenständige Texte
- ein Wettbewerbsbeitrag pro Person
- Zusätzlich einzureichen ist eine Kurzvita (maximal 500 Zeichen).
Einsendung
- Ausschließlich per E‑Mail an: kontakt@vs-nrw.de (Worddatei oder PDF)
- Einsendeschluss: 15.05.2026
Prämierung
Die drei besten Texte werden ausgezeichnet. Die prämierten Autorinnen und Autoren erhalten jeweils:
- ein symbolisches einmaliges Honorar in Höhe von 50 Euro
- die Veröffentlichung ihres Textes auf der Website vs-nrw.de sowie Bewerbung in den Social‑Media‑Kanälen des VS NRW
- eine Eintrittskarte für die Premiere des neuen Bachmann‑Films am 22.06.2026 in Köln; Reisekosten können nicht übernommen werden.
Alle Details zur Teilnahme, den formalen Anforderungen und den Nutzungsrechten finden sich im Ausschreibungsdokument, das am Ende des Beitrags zum Download bereitsteht.
Der neue Kinofilm über Ingeborg Bachmann
Auch filmisch rückt Bachmann in diesem Jahr in den Fokus. Der neue Kinofilm Ingeborg Bachmann – Jemand, der einmal ich war widmet sich ihrem Leben und Schaffen aus einer zeitgenössischen Perspektive.

Kaum eine Stimme der deutschsprachigen Literatur wurde so gefeiert, diskutiert und angegriffen wie die von Ingeborg Bachmann. In ihrem Film begegnet Regina Schilling, vielfach ausgezeichnet und unter anderem mit dem Grimme‑Preis geehrt, dieser ebenso faszinierenden wie komplexen Persönlichkeit mit einem originellen künstlerischen Zugriff und entfaltet das Bild einer kompromisslosen Vordenkerin, deren lebenslanger Kampf um weibliche Selbstbestimmung und gegen das Verstummen nichts an Brisanz verloren hat.
In einer poetischen Spurensuche lässt Regisseurin Regina Schilling das Publikum am Entstehen von Kunst teilhaben: Die Oscar®‑nominierte Schauspielerin Sandra Hüller, bekannt aus The Astronaut, Anatomy of a Fall und The Zone of Interest, nähert sich dem Leben von Ingeborg Bachmann an einem imaginären Tag und verleiht ihren Worten eine eindringliche Präsenz. Mit einem kunstvollen Geflecht aus improvisierten Szenen, Archivschätzen, Interviews und Bachmanns eigenen Texten durchmisst der Film die zentralen Lebensphasen der Autorin – von der Kriegskindheit in Kärnten über den Aufstieg zum Star der Gruppe 47 bis zu den letzten Tagen in Rom. Der Weg ist gezeichnet von ihren Beziehungen zu Paul Celan, Hans Werner Henze und Max Frisch und einem unnachgiebigen Ringen um eine eigene, radikale Sprache zwischen öffentlichem Ruhm und existenziellen Krisen.
Zum 100. Geburtstag von Ingeborg Bachmann gelingt Regina Schilling eine sinnliche wie intellektuelle Annäherung an eine der bedeutendsten Schriftstellerinnen des 20. Jahrhunderts. Durch die kraftvolle Interpretation von Sandra Hüller und meisterhafte Archivmontagen wird Bachmanns Sprachgewalt im Kino unmittelbar erfahrbar. INGEBORG BACHMANN – JEMAND, DER EINMAL ICH WAR ist ein filmisches Porträt, das die Zerbrechlichkeit und Kraft einer Künstlerin feiert, die sich jeder Vereinnahmung entzog und deren Werk bis heute eine visionäre Wucht besitzt.
Seine Weltpremiere feiert das Werk am 6. Mai 2026 als Eröffnungsfilm des 41. DOK.fest München. Dort konkurriert es im internationalen Wettbewerb um den Hauptpreis des Festivals und ist Teil der Reihe „HerStory – Sieben Filme über furchtlose Frauen“.
Kinostart: Ab 25. Juni 2026
Trailer: verfügbar unter dem offiziellen Link des Verleihs
https://weltkino.de/filme/ingeborg-bachmann-jemand-der-einmal-ich-war
Eine Produktion von zero one film und Navigator Film in Koproduktion mit ZDF/3sat, in Zusammenarbeit mit dem ORF (Film/Fernseh-Abkommen) und rbb. Gefördert durch die jurybasierte kulturelle Filmförderung des Bundes, Film- und Medienstiftung NRW, Filmförderungsanstalt, Österreichisches Filminstitut, Filmfonds Wien und Deutscher Filmförderfonds.
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