Presseinformation

Vier Tage lang tritt im September die bunte nordrhein-westfälische Literaturszene in Bochum auf. Mit dem Motto “Werte-Wahrheit-Worte” präsentieren sich die Literaturtage des Verbandes deutscher Schrift-stellerinnen und Schriftsteller ( VS ). Sie bieten ein reichhaltiges Programm mit zahlreichen Veranstaltungen an unterschiedlichen Orten an.

Erwartet werden 80 Autorinnen und Autoren aus NRW. Ein Schwerpunkt der Angebote sind dabei die Lesungen für junge Menschen. So sind rund 40 Lesungen an Schulen vorgesehen. Außerdem Workshops der LitKids, in denen Schülerinnen und Schüler der 4. Klassen zum Thema “Das kann doch nicht wahr sein” Texte über Wahrheit, Lüge und vieles drumherum verfassen werden.

Eingeplant sind fünf öffentliche Veranstaltungen. Am 22. September gibt es gleich zwei: Um 18.30 Uhr stellen die LitKids die Ergebnisse ihrer Workshops vom Nachmittag im Clubraum der Stadtbücherei vor. Am Abend laden die Literaten des VS dann zu einem Poetry Slam in der Rotunde ein.

Am Tag darauf gehen Autorinnen und Autoren der Frage nach “War es einmal?” und tragen im Bochumer Stadtarchiv wahre und erfundene Geschichten vor. Der Eintritt zu allen genannten Veranstaltungen ist frei. Aktuelle Programminfos befinden sich auf www.vs-nrw.de

Am Samstag, dem 24. September, halten die Autoren des VS ihre interne Mitgliederversammlung im Jahrhunderhaus ab. Weil der Landesvorstand und eine große Zahl von Delegierten neu gewählt werden müssen, reisen viele VS-Mitglieder aus ganz NRW an.

Am Abend dann wieder Literatur pur: “In dieser Zeit noch Gedichte?” Die Antwort darauf geben vier Autorinnen und Autoren im Zeitmaultheater am Imbuschplatz 1. Klar ist, Poesie und Politik schließen sich nicht gegenseitig aus.

Zum Abschluss der Literaturtage noch ein Höhepunkt. Bekannte Krimi-Autoren halten sich am Sonntag, den 25. September, an den Slogan “Kurz und schmerzhaft” und präsentieren am Abend ihre Mordsgeschichten im Theater Rottstraße 5.

Sabine Lipan ( Bielefeld ), die amtierende Vorsitzende des VS-Landesverbandes: “Mit all diesen literarischen Veranstaltungen stellen wir klar: Die Literatur lebt, und die Literaturszene hat hier in Bochum eine gute Plattform gefunden. Wir freuen uns auf zahlreiche Gäste, auf das muntere Bochumer Publikum und viele tolle Gespräche.”

Die Literaturtage werden gefördert und finanziell unterstützt vom Kulturbüro der Stadt Bochum, der Gesellschaft für Literatur NRW sowie vom VS NRW.

Nach Plänen der Landesregierung soll das WDR-Gesetz u. a. dahingehend geändert werden, dass die Zahl der Sitze im Rundfunkrat reduziert und damit der Sitz des Verbandes deutscher Schriftstellerinnen und Schriftsteller (VS) in NRW trotz seiner aktiven Gremienarbeit gestrichen wird. Der Verband setzt sich nicht nur für ein attraktives Kultur- und Bildungsprogramm beim WDR und in der ARD ein, sondern auch für die Belange kulturinteressierter Menschen aller Altersgruppen, für junge Medien, für eine literarische Bandbreite von Experimenten bis zu Klassikern.
Die geplante Gesetzesänderung macht nach Einschätzung des Landesvorstandes des VS NRW schmerzlich klar, dass die Kultur immer dann, wenn etwas wegfallen soll, als Erstes attackiert wird. Kultur und mit ihr die Literatur sind aber ein wichtiges Fundament dieser Gesellschaft und eine tragende Säule der Demokratie.

Vorrangige Aufgabe der Rundfunkratsmitglieder ist die Aufsicht über Programm und Finanzen des WDR, wobei zugleich eine größtmögliche Vielfalt der Berufsvertreter und Bürgerinnen und Bürger gewahrt werden soll. Während alle künstlerischen Berufe wie Theater, Musik und bildende Kunst vertreten sind, soll die Literatur demnächst außen vor bleiben. Ersetzt werden soll sie durch die IG Metall und IG Bergbau. Offizielle Begründung: Die Änderung trage so der Rolle Nordrhein-Westfalens als Industrieland Rechnung.
Mit dem Wegfall des Sitzes des VS NRW im Rundfunkrat hätte die Literatur, hätten alle literarisch interessierten Bürgerinnen und Bürger dieses Landes keine sichere Vertretung mehr im Aufsichtsratsgremium des WDR, der doch immerhin – auch – ein Kultursender ist (und hoffentlich bleiben wird).
Aufgrund der aktuellen Entwicklungen in den Programmen des WDR und auch durch die geplante Streichung des VS-Sitzes im Rundfunkrat zeigen sich Schriftstellerinnen und Schriftsteller in NRW sowie die Literaturinteressierten des Landes jetzt besorgt:
Droht – mit schwerwiegenden Folgen für Demokratie und Bildung – ein verheerender Kulturabbau in den Medien des „Industrielandes“?

Im Sinne von Kultur, freiem Wort und Literatur und im Auftrage der Bürgerinnen und Bürger in NRW muss der VS NRW deshalb seinen Sitz und seine Stimme im Rundfunkrat des WDR behalten!