Allgemein

Im hohen Alter von 91 Jahren ist unser Kollege Klas Ewert Everwyn am 16. Januar in Monheim verstorben, wo er seit 2003 lebte.

Geboren wurde Klas in Köln. Mit 14 Jahren musste er kurz vor Ende des Weltkrieges Soldat werden. Anschließend wurde er ins Oberbergische evakuiert, nach Waldbröl. Hier entdeckte er seine Lust am Schreiben, am Recherchieren historischer Ereignisse, um sie später in spannende Bücher einfließen zu lassen. Seinen vorübergehenden Hauptberuf fand er allerdings zunächst in der öffentlichen Verwaltung in Düsseldorf.

Ab 1960 gab es die ersten größeren Publikationen, bei denen das Oberbergische in vielfältiger Weise eine Rolle spielt. 1981 dann als Freiberufler der Sprung ins „kalte Wasser“, nachdem Klas als junger Autor erste literarische Erfolge feiern konnte. 1966 beispielsweise erhielt er den Literatur-Förderpreis des Landes Nordrhein-Westfalen. 1986 wurde ihm der Heinrich-Wolgast-Preis zuerkannt. Im gleichen Jahr bekam er den Deutschen Literaturpreis für sein Sachbuch „Für fremde Kaiser und kein Vaterland“, die höchste Auszeichnung für deutschsprachige Jugendbuchautoren.

Es entstanden zahlreiche Erzählungen, Romane und Hörspiele. In seinen Werken hat Klas immer wieder Abhängigkeiten, Gewaltstrukturen und Korruptionen thematisiert – ohne erhobenen Zeigefinger.

Der einfache, der von seinem Arbeitsleben gezeichnete Mensch, hat Klas Ewert Everwyn jederzeit beschäftigt. Deshalb gehörte er wie selbstverständlich zu der legendären „Dortmunder Gruppe 61“ um Max von der Grün. In 2000 produzierte der WDR zu seinem 70. Geburtstag einen Klas-Ewert-Everwyn-Abend mit dem Titel „Vom Träumen der Kleinen Leute“.

Zweifellos war Klas Ewert Everwyn ein ganz besonderer, impulsiver Künstler, ausgestattet mit einem ausgeprägten Eigensinn, mit der Lust am Provozieren, gepaart mit einem Schuss rheinischem Humor. Seine gesellschaftskritische Einstellung hat ihn stets begleitet, auch in der Zeit seines Engagements im VS, als Vorstandmitglied, Delegierter, Sprecher und Kommissionsmitglied. Sein Urteil, sein Rat war gefragt, seine verbalen Attacken auch hin und wieder gefürchtet.

Sein Lebensende hätte er bestimmt mit einem bissigen Kommentar versehen.

Volker W. Degener

Viel zu früh, im Alter von nur 57 Jahren, hat uns unser Freund und Schriftstellerkollege Dietmar Damwerth am 23. Dezember verlassen. Er war der Dreh- und Angelpunkt, die Seele unseres Verbandes – zuverlässig, verständnisvoll, hilfsbereit, uneitel. So haben wir ihn seit 1994 als unseren Geschäftsführer erlebt.

Dietmar wurde 1964 in Münster geboren. Er studierte Geschichte und Germanistik, was ihn auch befähigte, sich um das umfangreiche Archiv des VS in Nordrhein-Westfalen zu kümmern. Zugleich setzte er die Arbeit seines Vaters Wilhelm Damwerth fort, der in seinen Büchern aus der Welt der Seefahrt erzählte und als Schriftsteller von 1956 an bis 1988 ehrenamtlicher Geschäfts- führer unseres Verbandes war, von 1964 bis 1971 auch noch Bundesgeschäftsführer.

Dietmar lebte in Münster und auf der von ihm sehr geliebten Nordseeinsel Langeoog. Er war als Autor, Lektor und Verleger tätig. Im Würzburger Stütz Verlag veröffentlichte er Bildbände, so u. a. über Lübeck, das Emsland, Sauerland, Münsterland. Vielen bekannt machte ihn die lange Reihe, die sich „Kleine Bettlektüre“ nannte. Sie veranlasste die Leserinnen und Leser zum Schmunzeln, beispielsweise über die Pfalz, das Erzgebirge, die Lüneburger Heide, den Harz, über Paderborn oder Bochum.

Einer besonderen Aufgabe widmete er sich mit seinem im Damwerth-Verlag erschienen Werk „Verfemte Literatur auf dem Scheiterhaufen – Die Bücherverbrennung 1933“.

Dietmar Damwerth war ein vielseitiger, überaus aktiver Schriftsteller, ein stets freundlicher Organisator und Gesprächspartner, ein Könner seines Fachs, der nun eine nicht zu schließende Lücke in unserem Verband hinterlässt. Wir alle sind dankbar, einen so aufrechten Mann gekannt und erlebt zu haben. Mit ihm geht nach 80 Jahren eine einzigartige Ära der Familie Damwerth zu Ende, die sich in unvergleichlicher Weise um das Wohlergehen von Schriftstellerinnen und Schriftstellern gekümmert hat.

Wir trauern um Dietmar. Er fehlt uns.

Volker W. Degener im Namen des Landesvorstandes in NRW

20.12.2021
Pilar Baumeister ist am Sonntag, den 19. Dezember 2021 verstorben. 

Der VS-NRW trauert um seine Kollegin Dr. Pilar Baumeister. Die seit Geburt an blinde Autorin wurde 1948 in Barcelona geboren und lebte seit 1975 in Deutschland. Sie studierte deutsche, englische und russische Philologie und verfasste ihre Doktorarbeit über das Thema: „Die literarische Gestalt des Blinden im 19. und 20. Jahrhundert – Klischees, Vorurteile und realistische Darstellungen des Blindenschicksals“.

Pilar Baumeister war seit 2006 Sprecherin der Schriftstellerinnen und Schriftsteller mit multikulturellen Wurzeln im VS NRW und organisierte zahlreiche Lesereihen zur Förderung von Autorinnen und Autoren mit Migrationshintergrund. Zuletzt fand noch im November 2021 die noch von ihr initiierte Lesereihe „Die internationale Schreibfamilie – Die deutsche Literatur mit multikulturellen Wurzeln“ in Köln statt. Sie selbst schrieb Lyrik, Romane und literaturwissenschaftliche Essays, sowohl auf Deutsch, als auch auf Spanisch. Dem VS Bundesvorstand gehörte Pilar Baumeister seit 2019 an und betreute das Projekt „Worte gegen Rechts“. Mit Pilar Baumeister verlieren wir eine stets aufmerksame Zuhörerin und warmherzige Kollegin, die sich selbstlos für die Belange ihrer Kolleginnen und Kollegen mit Migrationshintergrund einsetzte. „Ihre Beharrlichkeit, auf die Belange von Kolleginnen oder Kollegen mit multikulturellen Wurzeln hinzuweisen, hat die Sensibilisierung des gesamten Verbandes verstärkt. Sie half uns in einer sich digitalisierenden Zeit, die Grenzen des Sichtbaren miteinander zu erforschen. Ihre Stimme mahnte immer zum Bedenken jener Mitmenschen, die oft übersehen werden. Wir vermissen Pilar in unserem Vorstand und werden ihre Arbeit fortsetzen.“ (aus dem Nachruf des VS-Bundesvorstands)

Hier eine Auswahl ihrer Werke:
• De vivos y muertos y otros misterios, Madrid, Editorial Nuevos Ekkos, colec. La palabra inquieta 2021
• Dos países que se quieren, historias de España y Alemania, Toledo, 2018
• Leichte psychische Störungen, Norderstedt, 2016
• Getrübte Beziehungen – Erzählungen, Norderstedt, 2015
• Die Gedankenleserin – Eine fantastische Novelle, Norderstedt, 2015
• Me escondí, pero gritaba para que me oyesen – Poemas de Minerva y otras voces, (spanisch), Norderstedt, 2015
• A pesar de Franco – Los mejores momentos, (spanisch), Norderstedt, 2015
• Bis Morgen – Geschichten über Wiederholungsrituale, Norderstedt, 2015
• Exotische Geschichten – Wo komme ich her?, Norderstedt, 2014
• Wir schreiben Freitod … Schriftstellersuizide in vier Jahrhunderten, Frankfurt am Main. 2010
• Lyrikbrücken, Zehn blinde Dichter aus zehn Ländern Europas, mehrsprachige Anthologie, Berlin, 2009
• Zwei Länder, die sich lieben, Geschichten aus Spanien und Deutschland, Bonn, 2006
• Die Erfindung des Erlebten. Geschichten über Behinderung, Erotik, Jenseits, Essen, 2000
• Frauenstimmen im Weltraum, Norderstedt, 2016
• Das Zittern der Witwen, Norderstedt, 2016
• Ich versteckte mich, aber schrie, damit man mich hörte, Hamburg/Freiburg, 2022

„Wenn wir zusammengehen, kommt mit uns ein besserer Tag“, heißt eine Zeile aus dem Lied „Brot und Rosen“. Unter diesem Titel steht eines der ersten von Dr. Florence Hervé herausgegebenen Bücher über die »Geschichte und Perspektive der demokratischen Frauenbewegung«. Zahlreiche weitere Werke zu Friedens-, Gleichberechtigungs- und Widerstandsbewegungen folgten. Für ihr Lebenswerk hat sie am 12. Dezember in Darmstadt den »Luise Büchner-Preis« für Publizistik erhalten.
In der Begründung der Jury heißt es: „Die deutsch-französische Germanistin und Feministin Dr. Florence Hervé engagiert sich seit Beginn ihrer publizistischen Tätigkeiten im Jahr 1969 nicht nur als Autorin, Journalistin, Übersetzerin und Herausgeberin für eine Gleichstellung der Frau in der Gesellschaft. Seit den 70er Jahren ist sie darüber hinaus in der europäischen und internationalen Frauenbewegung politisch aktiv: Sie war u. a. eine der Mitbegründerinnen der Demokratischen Fraueninitiative und war von 1994 bis 2002 im Leitungsteam der Internationalen Demokratischen Frauenföderation (IDFF).“
Geboren wurde Florence Hervé im April 1944 im noch von den Deutschen besetzten Paris. Als 15jährige Schülerin lernt sie – wie Ihre Laudatorin Elisabeth Klaus mitteilt -auf dem Gymnasium Autoren des „anderen Deutschland“ kennen: Heinrich Heine, Franz Kafka und Bertolt Brecht. Die Professorin am Fachbereich Kommunikationswissenschaft in Salzburg skizziert Florence Hervés Lebensweg von deren Studium am Dolmetscher-Institut in Heidelberg über das Studium der Germanistik in Bonn ab 1963, wo die mit der Studentenbewegung einsetzenden Veränderungen auch das künftige gesellschaftspolitisches Engagement der Preisträgerin bestimmen. Sowohl in ihrer journalistischen als auch wissenschaftlichen Arbeit. Es sind die Themen Demokratie, Frieden, Freiheit, Gleichheit und Menschenrechte.
Die Aktivitäten und Publikationen der im VS organisierten sozialistischen Feministin zeigen, wer ihre und anderer Vorbilder sind und sein können. Man schaue sich das mehrfach erschienene und jeweils aktualisierte »Weiberlexikon« an oder das Buch »Lexikon der Rebellinnen« sowie die Bücher über Flora Tristan, Clara Zetkin oder Louise Michel.
Antifaschismus und der Widerstand von Frauen gegen Faschismus und Krieg sind ein Lebensthema von Florence Hervé. Ein Buch über die Verbrechen und das Massaker in Oradour sowie die im vergangenen Jahr erschienene Publikation »Mit Mut und List. Europäische Frauen im Widerstand gegen Faschismus und Krieg« sind Beispiele dafür.
In ihrer Dankesrede zur Preis-Verleihung hat Florence Hervé unter Bezug auf die Namensgeberin des Preises, Luise Büchner, zwei weitere Themen hervorgehoben: Es sind die Pflege- und Sorgearbeit sowie die FrauenBildung.
Deutlich äußert sie sich zu den schwierigen ja problematischen Bedingungen in der Pflege- und Sorgearbeit unter Coronabedingungen. „Corona hat gezeigt, dass eine geschlechtsgerechtere Verteilung der Arbeit und Sorgearbeit, die sich langsam und allmählich entwickelte, wieder zurückgenommen wird. Home-Office als Einstieg in den Ausstieg aus der Erwerbsarbeit?“ Es gehe deshalb nachdrücklich darum, diese Zustände zu ändern und die Gesellschaft gerechter, sorgsamer und solidarischer zu machen.
In der politisch verstandenen Frauenbildungsarbeit sei man/frau in den 70er Jahren schon einmal weiter gewesen. In den letzten zwanzig Jahren sei die politische Frauenbildung aus vielen Volkshochschulen zunehmend verdrängt worden. In Pandemiezeiten verstärke sich diese Tendenz. Dagegen gelte es anzugehen. Frauenbildungsarbeit bleibe eine ständige Herausforderung.
Zur Verleihung des Büchner-Preises gehören 2.500 Euro und eine Seite im »Darmstädter Echo«. Dort hat Florence Hervé erklärt, dass sie diesen Preis gern annehme, stellvertretend auch für die vielen Mitstreiterinnen, die an ihrer Seite waren und sind.
In einem Beitrag für „fiftyfifty“ vom September 2021 hat Florence Hervé deutlich gemacht, dass sie die „Kö“ in Düsseldorf, ihrem Wohnort, gern verändern würde:
„Als Gedächtnis der Stadt. Mit Gedenktafeln, die von Geschichten vergangener Zeiten erzählen. Als Ort der Solidarität, wie für einen Augenblick beim Protest von ‚Fridays for Future‘ im September 2019 erlebt. Als Utopie des guten Zusammenlebens. Das wäre meine Kö.“

Heinrich Bleicher

Er ist undotiert, aber überaus ehrenvoll! Der „Taler“ wird vom LiteraturRat NRW für hervorragende Verdienste bei der Literaturförderung verliehen. Die große Ehre wurde am 14. September unserem Bochumer Kollegen Dr. Artur Nickel zuteil, nämlich im Essener Kulturzentrum Grend. Als Deutschlehrer an einer Essener Gesamtschule und Autor mit zahlreichen Publikationen gibt er seit 2005, also mittlerweile seit 16 Jahren, in jedem Jahr die „Essener Jugendanthologie“ heraus. Dabei legt er besonderen Wert darauf, auch Kinder mit Migrationshintergrund fürs eigene Schreiben und die Literatur zu begeistern. Dafür arbeitet er u.a. mit dem Türkischen Lehrer- und Elternverband und dem Literaturfestival „Literatürk“ zusammen. Ein einzigartiges, äußerst erfolgreiches Schreibprojekt für Kinder und Jugendlich zwischen 10 und 20 Jahren! Die Anthologien tragen ansprechende Titel, beispielsweise „Vom Glück und seinen Launen“ oder „Auf-Bruch in meine Zukunft“ oder „Dann öffnet sich mir die Tür“. Alle Textsammlungen erscheinen im Geest-Verlag ( Vechta ). Wir bewundern Artur Nickels Idee und Ausdauer und gratulieren ihm herzlich zu der Auszeichnung.

Volker W. Degener

Laudatio von Werner Rügemer

Werte Anwesende, Lieber Erasmus,

wir freuen uns, dass wir mit Dir feiern dürfen, Dein großes sysifikalisches Werk ebenso wie auch dein langes Leben. Weil da so unendlich vieles zu sagen wäre, will ich es kurz machen, denn auch in unserem langen, wenn auch bisher nicht so langen Leben wie Deinem ist unsere Zeit kurz, auch heute in diesem schönen Raum der Kölner Arbeiterfotografie.

Wenn der Nobelpreis etwas Gutes wäre, dann würde ich ihn Dir heute verleihen. Du hättest ihn verdient. Aber er ist nichts Gutes, sondern etwas Schlechtes, er ist ein ideologisches, auch sehr raffiniertes Element des US-geführten westlichen Kapitalismus. Ein weltberühmter Schriftsteller, als er den Nobelpreis bekam, 1957 – das war die Zeit, als Du nach dem Philosophie-Studium in Berlin als Industriearbeiter nach Köln gingst – , also dieser weltberühmte Schriftsteller erklärte damals zur Preisverleihung: „Wir Schriftsteller des 20. Jahrhunderts werden nie mehr allein sein. Wir werden Teil des Volkes sein. Und wir werden uns niemals wieder unterordnen, wir werden frei sein in neuer Form – ich meine als Freischärler“.

Dieser Schriftsteller hieß Albert Camus, er bekam den Nobelpreis und war und ist weltberühmt. Er hat den Nobelpreis verdient, und zwar den schlechten. Dabei war Camus ein guter und tapferer Mensch, und er hatte sich in Frankreich am Widerstand gegen die faschistische Besetzung beteiligt, und er war ein sehr guter Schriftsteller. Camus hat auch eine sisyfisikalisches Buch geschrieben: „L‘ homme révolté“, Der Mensch in der Revolte. Das wurde in viele Sprachen übersetzt, auch in die deutsche. Am Ende hatte Camus geschrieben, und das hat mich damals als suchenden jungen Menschen in der christlich lackierten, von vielfältigen Missbräuchen strotzenden Adenauer-Republik, tief bewegt: „Wir müssen uns Sisyphus als einen glücklichen Menschen vorstellen.“

Aber: Müssen wir uns Sisyphus wirklich als glücklichen Menschen vorstellen? Erasmus, Du hast es uns wirklichkeits- und kapitalismusnäher literarisch dargelegt, zum Beispiel in Deiner Tetralogie „Die Kinder des Sisyfos“: Ja und viel Nein. Viel nein, weil Erasmus und seine Helden nicht nur Freischärler sind, einsame Kämpfer, und nicht einfach irgendwie Teil des allgemeinen „Volkes“, wie Camus ankündigte, sondern vielfach organisierte Kämpfer und Kämpferinnen, Mitglieder von Gewerkschaften, Bürgerinitiativen, auch mal zum Beispiel kommunistischer Parteien. Sie können scheitern, politisch, auch persönlich in ihren Beziehungen und sie sind dann todunglücklich, und das kann lange dauern. Und sie können auch getötet werden wie die junge griechische Kommunistin Sotiria, die Du, Erasmus in dem Roman „Tod in Athen“ dargestellt hast, und vorher die antifaschistischen Widerstandskämpfer in Griechenland, getötet von US-Napalm-Bomben und US-Sturzkampffliegern im angeblichen Bürgerkrieg. Und dann ist es aus mit dem Diktum des Freischärlers Camus, dass Sisyphus, der Einsame Steinebeweger, ein glücklicher Mensch sei. Aber dafür gibt es den Nobelpreis.

Erasmus, Du warst nicht nur mal für drei Jahre zum Arbeiten in die Industrie gegangen. Mit dem Werkkreis Literatur der Arbeitswelt, 1969 gegründet, organisiertest Du mit anderen Gleichgesinnten die bis dahin schlummernden, verdrängten, abgetöteten, auch durch Nobel- und viele andere Literaturpreise überspielten Fähigkeiten der abhängig Beschäftigten, ihre Arbeits- und Lebensverhältnisse selbst darzustellen, und zwar nicht kurz und grob so mal hingesagt in einem gnädig gewährten Fernseh-Interview, sondern in literarischer Form. Erasmus, Du verbrüdertest und verschwestertest Dich nicht, wie Camus es wollte, irgendwie mit „dem Volk“, sondern mit dem unterdrückten, ausgebeuteten und dann auch antikapitalistisch widerständigen Teil des Volkes. Und du bliebst kein einsamer Freischärler, sondern du wurdest Organisator, aktiver Teil von Organisationen und zahlreichen Initiativen, etwa für den Frieden und die Umwelt, und eben für die Literatur der Arbeitswelt.

Dass der abhängig arbeitende Mensch ein gebildeter sei, kulturell fähig auf der Höhe und auch in der Tiefe der Zeit, damit auch in organisierter und literarischer Form sich Freiheiten und vielleicht auch einmal die ganze Freiheit verschaffe – diese im Kaiserreich, dann vor allem im Faschismus und auch in der dumpf-bürgerlich-christlichen Adenauer-Republik verhinderte Entfaltung der Persönlichkeit hatte, oh nur scheinbares Wunder, eine große Resonanz: der Werkkreis organisierte 50 Werkstätten, 100 Sammelbände, Lesungen in Betrieben, Gewerkschaftssälen und Schulen, internationale Kontakte.

In deiner folgenden Tetralogie „Die Kinder Sisyfos“ setztest Du, Erasmus, dies in Romanform fort, eingebunden in wichtige Widerstandsbewegungen von Arbeitern und anderen Aktivisten in der Bundesrepublik Deutschland. Das ist Teil des wichtigsten Teils der Geschichte dieses Landes und Staates, nämlich dass demokratischer gemeinsamer Widerstand geleistet wurde. Und dies hast Du literarisch gestaltet, festgehalten auch für die anderen gegenwärtigen ZeitgenossInnen und jetzige jüngere und künftige Generationen.

Doch das literarisch-politische Erwachen des schlummernden Widerstands und der schlummernden Fähigkeiten der abhängig Beschäftigten wurde von denen bekämpft, gegen die sich dieser Widerstand richtete. Eine krächzende aber vielbeachtete Stimme war die des Literaturkritikers Marcel Reich-Ranicki: Er dekretierte in der „Zeitung für Deutschland“, der Unternehmer- und Akademiker-Postille FAZ: „Wer nicht schreiben kann, geht zum Werkkreis Literatur der Arbeitswelt“.

Ein kleines Puzzlestück dieses Niedermachens, das viele, auch sogenannte „gebildete“ Formen annahm, habe ich zusammen mit Dir, Erasmus, selbst erlebt. 1996 hatte der WDR unser gemeinsames Radio-Feature „Dreckwässer. Bericht aus dem Unterleib der Städte“ gesendet. Wir schilderten die giftigen Einleitungen aus den Unternehmen in die öffentliche Kanalisation und die geringe Klärleistung der Klärwerke und die Vergiftung des Rheins, und die Vergiftung der Atmosphäre durch das hochgiftige Gas Methan, das aus dem Klärschlamm des Klärwerks wie in Köln-Stammheim aufsteigt, viel giftiger als das viel mehr beachtete CO2.

Die damalige Chefredakteurin des Kölner Stadt-Anzeigers hatte die Sendung gehört. Sie fand das Thema apart und bat uns, für die Wochenendbeilage auf zwei Zeitungsseiten dazu einen hübschen Text zu verfassen. Wir schrieben den Text, lieferten ihn ab. Aber ohne Rücksprache wurde er mehrere Wochen später veröffentlicht, aber an 85 Stellen umgeschrieben, verharmlost, gekürzt, ergänzt, verfälscht – sozusagen hochprofessionell. Wir verklagten den Stadt-Anstreicher, und dessen Geschäftsführer wollte uns außergerichtlich ein paar tausend DM zahlen, wenn wir darüber Schweigen bewahrten. Wir hielten an unserer Klage fest und gewannen. Wir bekamen vom Gericht schließlich 10.000 DM Schadenersatz wegen Urkundenfälschung und Rufschädigung, aber weder der Kölner Stadt-Anstreicher noch irgendeine andere Zeitung des komplizenhaften Medien- und Literaturbetriebs und auch nicht die FAZ haben über dieses in Deutschland erstmalige Urteil berichtet. Der Redakteur, der die Textfälschungen vorgenommen hatte, stieg danach übrigens mit erhöhtem Gehalt in die oberen Regionen dieser Art Medienbetriebs auf, nämlich in die Redaktion des überregionalen Leitmediums Spiegel.

Der Werkkreis Literatur der Arbeitswelt wurde sanft, aber bestimmt nach oder trotz oder eben wegen seines Erfolgs aus der Öffentlichkeit und aus dem literarischen Leben verbannt, er verschwand. Es beherrschen die Nobel- und anderen Preisträger und das FAZ- und ZEIT- undsoweiter Feuilleton das Feld, die abhängig Beschäftigten sind nicht nur literarisch, sondern auch politisch wieder zum Verstummen gebracht und politisch teilweise nach ganz rechts abgedriftet.

Eigentlich sollten die Erkenntnisse und Impulse von 1968 in eine Revolution münden. Das wäre gut gewesen, wie wir heute wieder erfahren, angesichts der neu geschürten Aufrüstung und der zunehmenden finanziellen wie kulturellen Verarmung der abhängig Beschäftigten.

Erasmus, Du hast realistisch-literarischer Weise den Widerstand des Sisyfos gezeigt, der in den Bundesrepublik möglich war, mehr als jeder andere Schriftsteller. Dies ist ein unschätzbares und bis heute nicht annähernd so breit geschätztes Verdienst, wie es angemessen und nötig wäre.

Wir sind hier aber trotzdem in einem dieser doch möglichen sisyfisikalischen Glücksmomente versammelt. Darin überreiche ich Dir, Erasmus, den noch nicht geschaffenen Preis, der anders heißen wird als der falsche, der einsamen Freischärlern – gelegentlich – überreicht wird wie zuletzt dem US-Sänger Bob Dylan, der sich in ähnlichen Bewegungen bewegte wie Du, aber sich als einsamer Freischärler pflegte und als solcher hochindustriell gepflegt wurde und wird und den Kapitalismus nicht zu kritisieren wagte. Und ich verbinde diese alternative Verleihung mit der Hoffnung, die in dem von Dir dargestellten Widerstand schlummernd angelegt ist, nämlich dass aus dem Widerstand die not-wendige Revolution werde, also die „wesentliche Veränderung“. Danke Erasmus!

Literatur in NRW ohne ihn – nicht vorstellbar.
VS NRW ohne ihn – nicht denkbar.
Literaturförderung in NRW ohne ihn – vermutlich oft schlicht nicht existent.

Die Rede ist von Volker W. Degener. Über 20 Jahre Landesvorsitzender des VS NRW, bis heute als Beiratsmitglied im Vorstand und eine absolut unverzichtbare Informationsquelle für alles, was in NRW mit Literatur zu tun hat. Denn wohl kaum jemand hat die Literaturszene in NRW derart mit geprägt, gestaltet und vor allem: initiiert wie er.
Dass der VS NRW seit 1985 einen Sitz im WDR-Rundfunkrat hat, dass er ebenso in der Landesmedienanstalt NRW vertreten ist – sein Einsatz machte es möglich.
Der Literaturpreis Ruhr, der Kinderbuchpreis NRW, die Hörspielförderung der Film und Medien Stiftung NRW – Ideen und Realisierungen dieser so wichtigen Literaturförderungen wurden, teils in Kooperation mit anderen, federführend von ihm entwickelt.
Er gründete 1998 die Liselotte-Rauner-Stiftung, war Mitbegründer des LiteraturRates NRW und wirkte bei der Gründung der Literaturbüros in Gladbeck, Unna, Detmold und Bonn mit.
Seine zahlreichen Jury- und Kommissionsmitgliedschaften sind kaum aufzuzählen, stellvertretend seien hier genannt die über 20jährige Mitgliedschaft in der Jury des Landes NRW zur Vergabe von Literatur-Arbeitsstipendien, der Literaturpreis Ruhr, das Vorschlagsrecht für den Förderpreis Junge Künstler in NRW und die Auswahlkommission der Künstlerhilfe.
Bei all dem, und es ist tatsächlich noch viel mehr, als hier Platz finden kann, bleibt es normalsterblichen Autor*innen ein absolutes Rätsel, dass er – tatsächlich – noch Zeit zum Schreiben gefunden hat. Krimi, Aphorismen, Jugendbuch, Kinderbuch und als Herausgeber: Mehr als 30 Bücher sind im Laufe der Jahre erschienen, teilweise nach vielen Jahren in einer Neuauflage, einfach weil sie immer noch aktuell sind, so z. B. das Jugendbuch „Geht´s uns was an?“
Als Motto über diesen Text passt hervorragend der Titel eines seiner Krimis. Vielleicht, weil jede Zusammenarbeit mit ihm immer hochinteressant, spannend und im besten Sinne bildend ist. Und auch noch Spaß macht, das muss unbedingt mit erwähnt werden.
Vor allem aber, weil Volker W. Degener in der ganzen Literaturszene NRW genau das ist:
„Ein besonderes Kaliber“.

Sabine Lipan

Herzliche Einladung zu den vier Lesungen von Autor*innen mit multikulturellen Wurzeln des VS-NRW. Diese finden jeweils am 09., 15., 17. und 22. Juni statt (siehe dazu den Flyer als PDF).
Die erste Lesung am Mittwoch, den 09. Juni, Beginn um 19 Uhr mit Frau Dr. Eva Weissweiler als Moderatorin und den Autorinnen Andrea Karimé und Irma Shiolashvili wird nicht präsenziell, sondern nur per Zoom übertragen. Wir freuen uns, wenn Sie dabei sind.

Hier ist der Link:

Thema: Lesung vom 09. Juni 2021: Andrea Karimé und Irma Shiolashvili unter der Moderation von Dr. Eva Weissweiler
Uhrzeit: 9.Juni.2021 18:30 Amsterdam, Berlin, Rom, Stockholm, Wien

Zoom-Meeting beitreten
https://us02web.zoom.us/j/8462037410?pwd=aVpNTUJ5MDg3LzA0cXV5S0w2VXhnUT09

Meeting-ID: 846 203 7410
Kenncode: 4aZXF0
Schnelleinwahl mobil
+16699006833,,8462037410#,,,,874901# Vereinigte Staaten (San Jose)

+19292056099,,8462037410#,,,,874901# Vereinigte Staaten (New York)


Einwahl nach aktuellem Standort
+1 669 900 6833 Vereinigte Staaten (San Jose)
+1 929 205 6099 Vereinigte Staaten (New York)
+1 253 215 8782 Vereinigte Staaten (Tacoma)
+1 301 715 8592 Vereinigte Staaten (Washington DC)
+1 312 626 6799 Vereinigte Staaten (Chicago)
+1 346 248 7799 Vereinigte Staaten (Houston)
Meeting-ID: 846 203 7410
Kenncode: 874901
Ortseinwahl suchen: https://us02web.zoom.us/u/kbOZP4N0fC

Welch eine Lebensleistung! Nach mehr als 60 Jahren im Literaturbetrieb begeht unser Kollege Erasmus Schöfer am 4. Juni seinen 90. Geburtstag. Ein schöner Anlass, an diesem Tag einen Film über ihn in das Projekt „Literatur in Köln“ einzustellen – https://literaturinkoeln.de/
1931 in Altlandsberg bei Berlin geboren, ging Schöfer in Berlin zur Schule und studierte dann in Berlin, Köln, Bonn und Freiburg i. Br. Germanistik, Sprach-wissenschaften und Philosophie. Er promovierte über die Sprache Martin Heideggers.
Immer schon meldete sich Erasmus Schöfer zu gesellschaftspolitischen Themen zu Wort, mit gründlich recherchierten Fakten und in klarer Sprache. 1969 gehörte er zu den Mitbegründern des „Werkkreises Literatur der Arbeitswelt“, dessen Sprecher er bis 1973 war. Zahlreiche Veröffentlichungen „schreibender Arbeiter“ wurden von ihm betreut.
Seit 1970 ist Erasmus Schöfer in Köln zuhause. Bis auf den heutigen Tag macht er sich von dort aus für eine nachhaltige Demokratisierung der deutschen Gesellschaft stark, mehr und mehr auch gegen die Eroberungsstrategien rechtsextremer Feinde der Demokratie. Er findet literarische Antworten auf soziale und politische Fragen, die ihn bedrängen und immer wieder zum Schreiben antreiben.
Sein vielseitiges literarisches Werk umfasst Essays, Hörspiele, Gedichte, Erzählungen und Romane. Zwischen 2001 und 2008 zeichnete er in vier vielbeachteten Romanen unter dem Motto „Die Kinder des Sisyfos“ das Leben junger Menschen in den Jahren 1968 bis 1989 nach, das bestimmt war von Aufbruch, Protest und Selbstzweifeln. Keine Autorin, kein Autor hat etwas Vergleichbares über diese Zeit geschaffen. Ein grandioses Werk, ein historisches Opus magnum! Dafür wurde ihm 2008 der Gustav-Regler-Preis verliehen.
90 Jahre – und seine Schreiblust ist keineswegs versiegt. 2020 erschien im Hinblick auf seinen anstehenden Geburtstag eine Gedichtsammlung von Erasmus Schöfer, die nicht nur die andere Seite der Sisyfus-Generation aufleben lässt, sondern auch die tiefen, gefühlvollen Wahrnehmungen des Autors: „Sisyfos Lust. Lauter ewige Lieben“. Man könnte die versammelten Gedichte als eine überaus gelungene Abrundung seines Werks bezeichnen.
Unsere guten Wünsche, zum Geburtstag und über diesen Feiertag weit hinaus, gehen an den großen Erzähler, Kämpfer, Gewinner Erasmus Schöfer.

Volker W. Degener

Wettbewerb 2021 für Lyrikerinnen und Lyriker sowie Nachwuchsautorinnen und -autoren aus Nordrhein-Westfalen

Die Gesellschaft für Literatur in NRW sowie der Verband deutscher Schriftstellerinnen und Schriftsteller (VS NRW) loben 2021, unterstützt vom Land Nordrhein-Westfalen (Ministerium für Kultur und Wissenschaft, MKW) und der Kunststiftung NRW, zum elften Mal den Wettbewerb postpoetry.NRW“ aus. Gefördert werden soll mit diesem Wettbewerb die Lyrikszene des Landes und besonders die Zusammenarbeit von erfahrenen Lyrikerinnen und Lyrikern mit Nachwuchsautorinnen und -autoren.

 Bewerben können sich bis zum 25. Juli 2021

  • Lyrikerinnen und Lyriker aus NRW (Wohnsitz und/oder Geburtsort), die mindestens eine eigenständige Buchveröffentlichung nachweisen können, sowie
  • Nachwuchsautorinnen und -autoren aus NRW (Wohnsitz und/oder Geburtsort) im Alter von 15-23 Jahren 


mit je drei unveröffentlichten (auch nicht im Netz veröffentlichten) Gedichten sowie einer Kurzbiografie/-bibliografie. Langgedichte sind nicht zugelassen. Die Texte sollten auf einem Postkartenformat Platz finden können. Eine Wiederbewerbung von Preisträgerinnen und Preisträgern der vergangenen Jahre ist erst nach drei Jahren erneut möglich.

Preise werden vergeben in der Kategorie

Lyrikerinnen und Lyriker des Landes Nordrhein-Westfalen:

  • 3 Geldpreise in Höhe von insgesamt 4.500 €. Mit der Auswahl eines Gedichtes verbindet sich:
  • die Gestaltung und Veröffentlichung des Textes als Lyrikpostkarte in hoher Auflage
  • sowie eine honorierte Lesung in den Regionen des Landes Anfang 2022.

 
und in der Kategorie

Nachwuchsautorinnen und -autoren aus Nordrhein-Westfalen

  • 3 Geldpreise in Höhe von insgesamt 900 €
  • 1 zusätzlicher Publikumspreis für eine/n der jungen Autorinnen oder Autoren in Höhe von 450 €. (Die Vergabe erfolgt durch die Anwesenden der Preisverleihung.)
  • jeweils ein Mentoring/ein Workshop mit den erwachsenen Preisträgerinnen und Preisträgern
  • Gestaltung und Veröffentlichung des Gedichtes als Lyrikpostkarte in hoher Auflage
  • voraussichtlich eine honorierte Lesung in den Regionen des Landes Anfang 2022.


Außerdem erhält ein Duo aus Lyrikerin/ Lyriker und Nachwuchsautorin/ -autor die Gelegenheit, in einen poetischen Dialog zu treten und eine gemeinsame Buchveröffentlichung zusammen zu stellen. Die Auswahl des Duos erfolgt nach den Anschlusslesungen durch eine Jury im Jahr 2022.

Verpflichtend ist für die Preisträgerinnen und Preisträger

  • die Teilnahme an einem gemeinsamen Workshop
  • sowie die Anwesenheit bei der Preisverleihung (am 5. November 2021 in der Zentralbibliothek Hamm)

 
Die Urheberrechte für die ausgewählten Gedichte bleiben bei den Autorinnen und Autoren, die sich jedoch mit der Veröffentlichung des Textes auf den postpoetry-Postkarten sowie seiner Verwendung für Öffentlichkeitsarbeit und Dokumentation einverstanden erklären. 

Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.


Einsendung


Teilnehmende Lyrikerinnen und Lyriker aus Nordrhein-Westfalen sowie Nachwuchsautorinnen und -autoren (Alter von 15-23 Jahren) werden gebeten, ihre Einsendung, bestehend aus 

  • 3 anonymisierten, unveröffentlichten Gedichten (mit einem beliebigen Kennwort versehen, das der nachträglichen Zuordnung zur Person dient),
  • 1 Kurzbiografie (mit Geburtsjahr/Geburtsort und Kennwort)
  • der Postanschrift und Telefonnummer und
  • 1 Veröffentlichungsliste (falls vorhanden) in einer E-Mail mit Anhang und versehen mit dem

 
Betreff „postpoetry. – Lyriker NRW“

oder

„postpoetry. – Nachwuchs NRW“

bis zum 25. Juli 2021

an die E-Mail-Adresse postpoetry@litweb.de zu übersenden.

Eine Eingangsbestätigung wird nicht übersandt. Die Ergebnisse des Wettbewerbs werden im Anschluss an die Jurysitzungen im September im Netz veröffentlicht.